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Biohof Braun
Hohbergstr. 14
71665 Vaihingen Aurich
Tel.: 07042 9 20 64
Fax. : 07042 9 23 72
eMail info@biohof-braun.de
www.biohof-braun.de

Ökokontrollstelle DE-Öko-006

Die Biohof Braun Kundenbriefe

Liebe Kunden/innen_18_2010

Zuerst mal haben Griechen und Kartoffel nichts miteinander zutun, und bevor man über die Griechen schreibt oder sich über  diese ärgert, sollte man sich an die eigene Nase fassen, oder sogar dabei einen Blick in den Spiegel riskieren, um dann mit Erschrecken festzustellen, dass einem von dort ein Grieche entgegen blickt.
Wie viel Milliarden haben unsere Landespolitiker mit ihren Landesbanken in einem Anflug von Größenwahn und mit größtmöglichster Inkompetenz verzockt?
Erst heute lese ich in der Zeitung, dass der ehemalige Vorstandsvorsitzender der "Hypo Real Estate", obwohl er Verluste im zweistelligen Milliardenbereich verursachte, die Bank auf 3,5 Millionen Gehalt verklagt. Bei der gleichen Bank beanspruchen zur Zeit die Manager, die für das Desaster verantwortlich waren, schon wieder Bonis für ihre besondere Leistung.
Noch immer versichern uns unsere Politiker, dass unsere Renten und Pensionen sicher sind, trotz der bekannten demografischen Entwicklung, und noch immer gewähren sich unsere Politiker Pensionen, für die eine normaler Arbeiter drei Leben arbeiten müsste.
Obwohl alle wissen, dass die geburtenschwachen  Jahrgänge diese Renten und Pensionslasten nicht stemmen können wird nicht gehandelt. Hier hilft auch nicht die vielgepriesene kapitalgedeckte Vorsorge weiter, denn auch deren Zinsen müssen von immer weniger erarbeitet werden und fallen nicht wie Manna vom Himmel.
Und alle denken, sie haben sich diese Leistungen verdient. Wer es aber bezahlen soll das wird verdrängt in der Hoffnung, dass man sich durch die Gnade der frühen Geburt, der Konsequenzen aus diesem Handeln entziehen kann.
 
Ich bin mir sicher, dass eine Kürzung zu üppiger Gehälter und Altersvorsorgen nicht zu einem Nachfrageeinbruch führen würde, da ein großer Teil dieser Gelder sowieso nicht verkonsumiert wird, sondern dem Kapitalmarkt zufliest und die nächste Blase speist.

Jetzt zu den Kartoffeln, deren Saison nun zu Ende geht. Stellen Sie sich mal vor, so eine Kartoffel wird im April gepflanzt. Nun wächst die Kartoffel bis Ende September in der Erde heran. Hier ist es oft zu nass, zu kalt, zu trocken, oder auch im Sommer viel zu heiß. Manchmal wird die Kartoffel auch von Drahtwürmern, Vieren, Bakterien und Käfern angegriffen. Trotz dieser vielen Erschwernissen kann man  in der Regel im September die Kartoffel ernten. Doch auch die Ernte ist eine Hammertour für unsere Kartoffel, sie wird aus der Erde herausgebrochen, und fällt über viele Ketten und Bänder, die sie von der Erde trennen, schließlich in eine Großkiste. Nun endlich hat unsere Kartoffel etwas Ruhe und kann schlafen. Aber ab März wacht sie auf und will nur  noch eines. Sie will raus aus der Kiste und rein in den Boden um dort zu keimen. Um genau das zu verhindern stellen wir die Kartoffel kalt, denn wir wollen die Kartoffel im Topf ohne Keime und nicht im Boden mit Keimen haben. Je länger sich diese Prozedur jedoch hinzieht, desto mehr Torschlusspanik bekommt unsere Kartoffel und fängt schon bei der geringsten Wärmezufuhr an zu keimen. Im konventionellen Landbau werden die Kartoffeln vor dem Einlagern mit Keimhemmern behandelt. Diese Mittel sind natürlich bei uns im Biolandlandbau verboten.

Wir werden Ihnen die altererntigen Kartoffeln noch etwa zwei Wochen anbieten, denn sie sind abgesehen von den gelegentlichen Torschlusspanik-Keimen noch gut. Dann ist aber auch wirklich Schluss mit den Lagerkartoffeln. Sie können ohne Probleme auch angekeimte Kartoffeln verwenden, Sie müssen nur die Keime abreiben.

Wir denken, dass wir Ihnen die ersten Kartoffeln aus neuer Ernte Mitte Juni anbieten können, durch die extrem kalten Wochen im Februar und Anfang März konnten Diese erst drei  Wochen später als üblich gepflanzt werden. Wir werden versuchen Sie in dieser Zeit mit griechischen Frühkartoffeln zu versorgen. Wobei wir wieder beim Thema wären.

Wir wünschen Ihnen von ein schönes sonniges trockenes Wochenende.

Michael Braun

Liebe Kunden/innen_17_2010

Diese Woche sind endlich unsere Gäste aus dem Süden angekommen. Unsere Rauchschwalben und unsere Falken. Während das Falkenpärchen sofort den Nistkasten, der eigentlich für die Steinkauz vorgesehen war, in Beschlag nahmen, müssen sich die Rauchschwalben nach einer neuen Nistmöglichkeit auf unserem Hof umsehen. Dort wo sie bisher genistet haben werden wir unser Trockenlager erweitern. Ich hoffe, dass wir die Schwalben nicht dadurch vergraulen.  Rauchschwalben bauen im Gegensatz zu Mehlschwalben ihre Nester immer in Gebäuden. Da wo ich heute sitze und diese e-mail schreibe standen früher zwei Muttersäue, mir gegenüber  wo Frau Straka Ihre Anrufe entgegen nimmt, wurden die Ferkel großgezogen, und fünf Meter weiter, wo Frau Braun über der Gemüsekiste der nächsten Woche brütet standen die Kälber. Links von mir, in unserem jetzigen Trockenlager standen 9 Milchkühe. Das alles zusammen auf 80 m². Und über allen an der Decke brüteten seinerzeit mindestens 10 Rauchschwalbenpaare. Nachdem wir die Schweinehaltung und die Milchviehhaltung aufgegeben hatten blieben auch sofort die Rauchschwalben weg. Erst seit 5 bis 6 Jahren kommen sie wieder auf unseren Hof und brüten erfolgreich zwei mal in der Saison.

Diese Woche ist Winterlauch in der Gemüsekiste, es ist immer wieder erstaunlich wie diese Pflanzen die langen kalten  Winter überstehen ohne zu erfrieren. Im Gegensatz dazu ist wohl unser Artischockenversuch gescheitert. Nur ca. 2% haben die Fröste überlebt. In fünf Jahren werde ich es noch einmal erneut versuchen.

Sicher haben Sie sich auch schon gefragt, warum manche Gemüsearten, abgesehen von Möhren, 2 mal oder sogar noch öfter hintereinander in der Gemüsekiste sind, wie diese und nächste Woche zum Beispiel der Mangold.  Das liegt dann daran, dass diese Gemüsearten so gut gewachsen sind und mehr Ertrag ergeben als wir geplant und erwartet haben.

Diese und nächste Woche pflanzen wir Tomaten in den Gewächshäusern und im Freiland säen wir Kürbisse und hoffen, dass es dann am 1.Mai ganz viel regnet. Vorzugsweise in der Nacht.

Ihnen wünsche ich natürlich trotzdem einen sonnigen ersten Mai.#
Michael Braun 



Liebe Kunden/innen_16_2010

Bestimmt haben Sie sich schon darüber gewundert, warum in der einen Woche ein Produkt sehr günstig ist und in der darauffolgenden oder in der vergangenen Woche es wesentlich teuerer war oder ist.

Alle Produkte die wir selbst erzeugen, kalkulieren wir für unseren Lieferservice mit dem Einkaufspreis des Großhandels. Da die Großhändler üblicherweise einen Aufschlag von 30% bis 50% bei der Abgabe an den Einzelhandel kalkulieren, können wir Ihnen unsere eigenen Produkte natürlich sehr preiswert anbieten.
 
Bei manchen Produkten, die wir nicht selbst erzeugen, haben wir Anbauabsprachen mit Kollegen. Z.B. bei Äpfel und bei Möhren. Da wir von diesen Kollegen über lange Zeiträume regelmäßig große Mengen an Ware abnehmen, haben wir auch hier Preise vereinbart, die sich an den Einkaufspreisen des Großhandels orientieren.

Die Produkte die wir über unseren Großhändler einkaufen (Ecofit) teilen sich in zwei Gruppen. Die erste Gruppe sind die Produkte, die wir in unser Abo-Kisten einplanen. Von diesen Produkten brauchen wir in der Regel sehr viel und kaufen sie deshalb auch mit einem Rabat von 20 bis 30% ein. Für die anderen Produkte, von welchen wir nur ein bis zwei Kisten in der Woche brauchen, zahlen wir allerdings den regulären Einkaufspreis.

So kann es vorkommen, dass z.B. Ruccola, wenn wir ihn selbst anbauen nur 1,20 €/Bund kostet, er aber in der darauffolgenden Woche, wenn wir ihn vom Großhändler zukaufen müssen weil unser eigener abgeerntet ist,  1,50€/Bund kostet.

Nächste Woche werden wir endlich in unseren Gewächshäusern die ersten Tomaten pflanzen. Durch die sehr kalten Tage Anfang März konnten wir die Vorkulturen etwas verzögert pflanzen, so dass wir in diesem Jahr die Tomaten  zwei Wochen später pflanzen können wie im Vorjahr.

Im Freiland säten wir diese Woche Pastinaken, Petersielienwurzel und Rote Beete. Wenn es warm bleibt wird nächste Woche der erste Zuckermais ausgesät.
Da wir unser Saatgut nicht gegen Schädlinge beizen, können wir den Zuckermais erst dann sähen, wenn sich der Boden ausreichend erwärmt hat, denn nur dann keimt der Zuckermais zügig. Liegt das Saatgut allerdings zu lange ungekeimt im Boden, oder keimt zu langsam, wegen ungünstigen, wie zu kalten Bedingungen, wird das Saatgut im Boden von Käfern und Würmern geschädigt.

Wir wünschen Ihnen ein schönes vorsommerliches WochenendeMichael Braun.


Liebe Kunden/innen_14_2010

Diese Woche ernten wir die ersten Radieschen, den ersten Salat und Kerbel aus unseren Gewächshäusern. In den Wochen darauf folgen dann Petersilie, Schnittlauch, Mangold und Kohlrabi.

Bestellen können sie unter www.biohof-braun.de.

Verwenden Sie dazu im Kundenzugang als Namen Ihren Nachnamen  und als Passwort Ihre Kundennummer. Sollten Sie Ihre Kundennummer nicht zur Hand haben, finden Sie sie auf Ihrem Lieferschein, oder Sie rufen uns einfach kurz an.

Liebe Kunden/innen KW 11

Die Sonne lacht und mit ihr lacht mein Gärtnerherz. In unseren Gewächshäusern kann man den Pflanzen beim Wachsen zusehen. So sehr freuen auch diese Geschöpfe sich über die ersten wirklich warmen Tage in diesem Jahr.
Nächste Woche packen wir noch einmal Feldsalat und Postelein in die Gemüsekiste. Wir hoffen, dass es dem Feldsalat nicht zu warm wird. Dann nämlich besteht die Gefahr, dass er noch vor der Ernte anfängt zu schießen. Natürlich nicht mit dem Gewehr oder mit Pfeil und Bogen. Mit dem „Schießen“ bezeichnet man den sichtbaren Ausdruck der Pflanzen sich fortpflanzen zu wollen. Das bedeutet, dass sie  Samenstände anlegen.
Diese und nächste Woche werden wir  Radies in den Gewächshäusern säen. Sobald die Felder im Freiland abgetrocknet sind, beginnt auch dort die Freilandsaison mit den ersten Aussaaten und Pflanzungen.

Unsere Produkte können Sie  unter www.biohof-braun.de bestellen.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende.


Liebe Kunden/innen. KW 10_2010

Sicher bekommen auch Sie immer mal wieder Werbung von dem ein oder anderen Biosupermarkt oder von Aldi und Co und wundern sich dann, daß dort zum Beispiel  die Schlangengurken nur halb so teuer sind wie bei uns.
Damit Sie nicht denken, wir würden uns bei diesen Preisen eine goldene Nase verdienen, will ich Ihnen hier kurz erklären wie es zu diesen unterschiedlichen Preisen kommt.
Biogemüse hat zur Zeit einen Marktanteil von ca. 10%. Im Winter ist der Marktanteil bei einzelnen Gemüsearten wie zum Beispiel Schlangengurken noch geringer. Die Biosupermärkte und auch der konventionelle Lebensmitteleinzelhandel planen ihre Aktionen lange im Voraus. So wird schon im Herbst festgelegt, dass in den ersten zwei Märzwochen eine Schlangengurkenaktion gefahren wird und es werden dann auch die entsprechenden Vereinbarungen mit den Erzeugern getroffen. Dieses Handeln hat nun zur Folge, dass diese Firmen oft bis zu 90% der verfügbaren Ware für sich beanspruchen und um die restlichen 10% streiten sich dann die verbleibenden Händler. Entsprechend hochpreisig wird dann diese Ware gehandelt, während auf der anderen Seite bei den Biosupermärkten die Ware zum Schnäppchenpreis angeboten wird.
Wir sind stets bemüht Ihnen Biolebensmittel zu einem vernünftigen Preis anzubieten. Gegen solche Aktionen sind wir allerdings machtlos. Auf der anderen Seite können wir Ihnen unsere selbsterzeugten Produkte und die unserer Kollegen aus der Region sehr preiswert anbieten, so dass Sie über alle Produkte gerechnet von uns ein preiswertes Angebot bekommen

Dass es so kalt wird wurde zwar vorhergesagt, aber so richtig daran glauben wollten wir dann doch nicht. Jetzt hoffen wir, dass unsere Jungpflanzen die letzten sehr kalten Tage gut überstanden haben. Selbst wenn wir uns entschlossen hätten doch etwas später zu pflanzen, hätten wir Probleme mit den darauf folgenden Kulturen, wie Tomaten und Paprika, bekommen, da auch hier schon die Jungpflanzen im warmen Gewächshaus zum Pflanztermin für Mitte Mai heranwachsen.


Bis nächste Woche können Sie noch Wein vom Bio-Weingut Schönhals bestellen.



Liebe Kunden/innen KW 08_2010

Endlich scheint die Sonne und wir hoffen es bleibt auch so.

Diese Woche beginnen wir mit den ersten Pflanzungen im Gewächshaus. Mangold, Kohlrabi, Salate und Kräuter werden gepflanzt. Wenn es so warb bleibt werden wir auch nächste Woche Radieschen aussäen.

Liebe Kunden/innen KW 03_2010

Diese Woche am Montag wurde unser Betrieb für seine über 30 jährige Zugehörigkeit zum Biolandverband geehrt. Stellvertretend für unsere Eltern habe ich diese Ehrung entgegengenommen. Rückblickend auf das Jahr 1972 als unsere Eltern unseren Betrieb auf den ökologischen Landbau umstellten, möchte ich hier drei Punkte anmerken wie ich als Kind seinerzeit diese Zeit erlebte.

Zum Einen gab es zu dieser Zeit, Anfang der 70er Jahre wohl fast keinen Tag an dem ich den Biolandverband nicht verfluchte. Neidvoll schaute ich auf die Nachbarfelder auf denen kein Unkraut wuchs, während wir wochenlang mit Unkraut jäten, Distel stechen und Ampfer ausgraben beschäftigt waren. Zum Anderen kamen in diesen ersten Jahren der Umstellung noch enorme finanzielle Einbußen durch drastische Ertragsrückgänge hinzu. Es gab keine Beratung und auch der Markt für Produkte aus ökologischer Landwirtschaft war erst in den Anfängen, so dass unsere Eltern in den Anfangsjahren viele ihrer Erzeugnisse konventionell vermarkten mussten.

In Erinnerung blieb mir aber auch der zu dieser Zeit sehr große Zusammenhalt der Bioland-Landwirte und Bioland-Gärtner. Es war wie eine kleine Familie, in der man sich Beistand und auch gegenseitig half. Keine Information und auch kein Wissen wurde zurückgehalten. Ca. 50 Biolandmitglieder gab es damals im gesamten Bundesgebiet. Heute sind es mehrere Tausend.

Rückblickend bewundere ich unsere Eltern heute für Ihre Entscheidung, die bestimmt manches Mal verzweifelt ob der Probleme waren, aber sich trotzdem nie von ihrem Ziel abbringen ließen.

Mit den Worten von Andre Kabakov lässt sich diese damalige Situation vielleicht am Besten beschreiben.
„Wenn du wissen willst ob du ein Schicksal hast, riskiere es.
Springe aus der Höhe in die Tiefe
Ohne dich umzudrehen und dich um irgendetwas zu bekümmern.
Wenn dir dann im Fluge Flügel auf dem Rücken wachsen, weißt du dass sich jemand um dich sorgt.“


 

Liebe Kunden und Kundinnen. Jahresrundbrief 2009

Ein Jahr Wirtschaftskrise haben wir hinter uns. Heute gebe ich zu, dass ich des öfteren  Angst hatte vor der Zukunft und da die Dinge, die geschahen, ja nicht ursächlich mit dem eigenen Handeln zusammenhingen, ist man in solchen Situationen manchmal geneigt in eine Schockstarre zu verfallen, unfähig zu einer angemessenen Reaktion. Aber zum Glück waren das nur sehr seltene Momente. Dank Ihnen liebe Kunden. Ich weiß es sehr wohl zu schätzen, dass trotz Kurzarbeit und auch evtl. drohender Arbeitslosigkeit Sie auch in diesem Jahr unsere Produkte, die natürlich etwas teuerer sind als konventionelle Lebensmittel, gekauft haben.

Heute, nun fast am Jahresende, vergleiche ich  dann wie jedes Jahr immer wieder, das am Jahresanfang gewünschte mit dem am Jahresende erreichte, und stelle mit Erstaunen fest, dass alles mal wieder ganz anders ist, als man es sich gewünscht oder auch vorgestellt hat.

Wir wollten in diesem Jahr unsere alte Packhalle umbauen um darin Gemüse verarbeiten zu können.  Doch schon kurz nach dem Beginn der Bauarbeiten, stellte sich heraus, dass der Umbau sich aufwendiger gestaltete als angenommen. Auch waren durch die Konjunkturprogramme des Bundes die Baufirmen so stark ausgelastet, dass wir auf Ausschreibungen zum Teil keine oder nur sehr überteuerte Angebote bekamen. Daher stellten wir diese Umbaumaßnahme  zurück auch weil sich zwischenzeitlich zur Jahresmitte ein anders Projekt anbot.
Unser Kollege Markus Arzt aus Heimerdingen, er bewirtschaftet einen großen auf Ruccola und Feldsalat spezialisierten Gemüsebaubetrieb, bot uns an sein Gemüse-Abo an das Unsere anzugliedern.

Bei Marcus Arzt wird seit der Betriebsgründung 1989 biologisch angebaut. Auf einem Lehrgang über den biologischen Landbau bei Dr. Hans Müller, dem Begründer des organisch- biologischen Landbaus, auf der Bauernschule Möschberg in der Schweiz, lernten Markus Arzt und ich dann das Prinzip des Gemüse-Abos  kennen. Nach der Rückkehr entschlossen wir uns, das Gemüse-Abo auch zwischen Neckar und Enz zu etablieren und konnten schon nach kurzer Zeit viele begeisterte Kunden gewinnen. Um möglichst regional und mit kurzen Fahrstrecken unsere Kunden zu erreichen, teilten wir seinerzeit unsere Liefergebiete auf. Wir vom Biohof Braun versorgte den Enzkreis, Markus Arzt war in Ludwigsburg, Stuttgart und auf den Fildern aktiv.
Aber in zwanzig Jahren entwickelt sich natürlich auch ein Bauernhof weiter. Marcus Arzt spezialisierte sich in den letzten Jahren stark auf den Gemüseanbau in Gewächshäusern. Heute ist er einer der größten Bio-Rucola- und Feldsalatanbauer im Süddeutschen Raum. Außerdem wachsen auf 10 Hektar Land Kürbisse und Salate. Neben der Vermarktung durch den Lieferservice wird in großem Umfang der Handel bedient. Marcus Arzt wird und will sich noch stärker als bisher auf den Anbaubetrieb und die Vergrößerung der Gewächshausflächen konzentrieren, während wir vom Biohof-Braun, neben unserem vielfältigen Anbau, den Lieferservice weiterentwickeln wollen.

Nach anfänglichem Zögern, nahmen wir das Angebot an und beliefern seit dem ersten August nun auch den Stuttgarter Raum. Wir mussten dann auf einen Schlag 30% mehr Kunden bewältigen. Wir mussten neue Mitarbeiter einstellen, neue Fahrzeuge kaufen, und was am schwierigsten war, die Touren in Stuttgart komplett neu zu zuschneiden. Dank unserer hervorragend motivierten Mitarbeiter/innen haben wir aber das Alles, nach einem etwas holprigen Anfang, ganz gut auf den Weg gebracht. Geholfen hat uns dabei der Umstand, dass wir vor zwei Jahren eine neue Packhalle gebaut haben, in der wir genügend Kapazitäten haben auch noch mehr Kunden zu bedienen.

Heute am Jahresende bin ich froh, diesen Schritt gewagt zu haben, wohl wissend, dass mehr Kunden nicht unbedingt mehr Einkommen oder auch mehr Glück versprechen. Heute weiß ich auch rückblickend, dass eine optimale Betriebsgröße eine sehr sensible Angelegenheit ist, an die man sich herantasten muß um die Grenze zu erkennen die vor dem Abgrund ist. Froh bin ich aber deshalb, da wir nun in der Lage sind unsere Produkte aus unseren Gewächshäusern zu 100% direkt über unseren Lieferservice verkaufen zu können.

Das Gemüsebaujahr war abgesehen von dem doch sehr kalten Frühjahr und dem trockenen Herbst ein gutes Jahr. Der trockene Herbst hat uns beim Radies- und Spinatanbau eine Strich durch die Rechnung gemacht und auch der erste Frost Mitte Oktober hat unsere Pepperoni vernichtet. Dafür war es ein sehr gutes Tomatenjahr und auch der Feldsalat in unseren Gewächshäusern steht so gut wie kaum in den Jahren zuvor. Neu im Anbauprogramm hatten wir in diesem Jahr Auberginen im Freiland und Artischocken. Beide Kulturen waren erfolgreich und werden wir im nächsten Jahr voraussichtlich auch ausdehnen. Neu ins Programm aufnehmen wollen wir im nächsten Jahr wieder Paprika im Freiland und wir wollen auch Eschen ansäen als Test inwieweit sie sich als Energiepflanzen eignen. Wenn wir dann noch genügend Zeit und Muse haben wollen wir noch ein Gewächshaus zur Topfkräuterproduktionsfläche umbauen.

Auch unsere Feilandgeflügelhaltung war dieses Jahr wieder erfolgreich, aber auch hier stehen in mehreren Bereichen Veränderungen an die Investitionen erforderlich machen. Zum Einen müssen wir unsere Hofmetzgerei entsprechend den geforderten EU-Normen umbauen, und zum Anderen machen wir uns Gedanken darüber, wie wir die Freilandhaltung noch weiter verbessern können. Aus den Erfahrungen der letzten Jahren haben wir erkannt, dass es notwendig sein wird die Felder auf denen wir die Tiere halten mit Pflanzen zu möblieren um den Tieren einen ganzjährigen Schutz sowohl vor Greifvögel als auch vor extremen Witterungseinflüssen zu bieten. Denn wenn das Geflügel ein entsprechendes Alter hat braucht es nicht unbedingt einen Stall, wenn die Umgebung einen Schutz durch Bepflanzung bietet. Gedanken machen wir uns auch über Anzuchtställe für unser Geflügel. Da die Freilandhaltung eine  Mobilität dieser Ställe erforderlich macht die notwendig ist um den Nitrateintrag ins Grundwasser und um Krankheiten zu vermeiden, ist deren Konzeption gar nicht so einfach. Die auf dem Markt angebotenen mobilen Ställe für diesen Zweck beschränken sich auf Flächen die sehr eben sind. Da wir diese ebenen Flächen bei uns nicht vorfinden müssen wir diese Ställe selbst entwickeln.

Für unseren Lieferservice wollen wir nächstes Jahr endlich unsere alte Packhalle umbauen, um Ihnen dann ein noch umfangreicheres Sortiment anbieten  zu können. Wir denken hier an die einfache Vorverarbeitung unseres Gemüses zu kleineren Einheiten um auch hier auf den demografischen Wandel unserer Gesellschaft zu reagieren. Wir wissen, dass immer mehr kleinere 1 bis 2 Personenhaushalte Probleme mit unseren oft zu großen Gemüseportionen haben. 

Wir werden in diesem Jahr zwei Wochen Betriebsferien machen. Es ist die Woche nach Weihnachten und die erste Woche im neuen Jahr. Wir freuen uns darauf und freuen uns auch darauf, Sie wieder ab der 2. Woche im neuen Jahr beliefern zu dürfen.

Bitte beachten Sie, wenn Sie nur alle 2 Wochen beliefert werden und Ihre letzte Lieferung in diesem Jahr in der Weihnachtswoche bekommen ist Ihre erste Lieferung im neuen Jahr erst in der 3. Kalenderwoche. Wenn Sie schon in der 2. Kalenderwoche beliefert werden wollen lassen Sie uns dies bitte wissen.

Bitte beachten Sie auch unsere geänderten Liefertermine in der Weihnachtswoche. Wir werden alle Touren bis am Mittwoch vor Weihnachten ausliefern.

Wie schon die letzten Jahre gibt es auch dieses Jahr kein Weihnachtsgeschenk von uns. Dafür geht ein entsprechender Betrag an das Hilfswerk terre des hommes .

Wir wünschen Ihnen, Ihren Familien und Ihren Freunden ein schönes Weihnachtsfest. Für das nächste Jahr wünschen wir Ihnen Gesundheit, inneren Frieden, Gelassenheit und einen sichern Arbeitsplatz.

Michael Braun und alle Mitarbeiter/innen vom Biohof-Braun