Instagram
Wetterinformationen von Vaihingen
Shop

Was ist los im Land, aus dem unsere Bananen kommen!?

…vielleicht ist es dem ein oder anderen schon aufgefallen, dass wir diese Woche Schwierigkeiten bei der Lieferung von Bananen hatten? Sie waren entweder zu grün, wurden dann schnell schwarz oder waren gar nicht erst lieferbar. Dafür möchten wir uns entschuldigen. Wir tun unser Bestes und haben natürlich versucht der Sache auf den Grund zu gehen.

Zum einen gibt es seit dem Sommer eine neue Pilzerkrankung (Fusarium) in Südamerika mit dem Namen Panama Disease 4. Schon in den 1950/60 Jahren vernichtete die Vorgänger-Erkrankung Panama Disease 1 ganze Bananenplantagen und ruinierte die Bananen-Industrie in Latein Amerika fast vollständig.

Der Bodenpilz greift die Bananenpflanze über die Wurzeln an. Die Sporen können Jahrzehnte im Boden überdauern. Einmal befallene Flächen können nicht mehr für den Bananenanbau genutzt werden. Der Pilz verbreitet sich durch kontaminierten Boden und kann zum Beispiel an den Schuhsolen von einem zum anderen Ort transportiert werden. Wenn der Pilz erkannt wird, ist es für diese Plantage schon zu spät. Eine Bekämpfung ist mit chemischen Mitteln ist nicht möglich. 

Beim Auftreten der ersten Variante, konnte eine Sorte gefunden werden, die gegen den Pilz resistent ist. Jedoch wird diese Bananensorte, die inzwischen zu 95% angebaut wird, von der neuen Pilz-Variante 4 befallen. Die Pflanzen werden vegetativ als Steckling vermehrt, dadurch sind alle Pflanzen genetisch identisch. Für den einfacheren und praktischeren Verzehr ist die Kulturbananen-Pflanze steril. Das bedeutet, die männlichen Blüten bilden keine Samen und die weiblichen Blüten bilden Früchte, ohne vorher befruchtet worden zu sein. Diese Eigenschaft macht das Einkreuzen von pilzresistenten Wild-Sorten besonders schwierig.

Um eine widerstandsfähige und nachhaltig Bananenproduktion zu erreichen, muss es bei der Kulturbanane eine größere Vielfalt geben. Daran wird im Moment geforscht. Kurzfristig wird versucht die Ausbreitung des Pilzes durch Hygienemaßnahmen einzudämmen.

Unser Lieferant arbeitet mit kleinen Anbauern zusammen, so dass der Ausfall einer Plantage wenig Auswirkungen auf unsere Lieferung hat. Unsere Bananen kommen von Banafair. Einer Organisation, die sich für fairen Handel und biologischen Anbau einsetzt. https://www.banafair.de/index.html

Es besteht aber durchaus die Gefahr, dass wir uns von günstigen Bananenpreisen und der Kulturbanane, wie wir sie bisher kennen, in den nächsten Jahren verabschieden müssen.

Zum anderen gab es in der letzten Zeit Unruhen in Ecuador. Durch die Sparpolitik der Regierung wurden Subventionen gestrichen und die Treibstoffpreise sind stark gestiegen, dies hat zu einer großen Protestwelle geführt. Es gibt Straßenschlachten und die Regierung hat den Ausnahmezustand ausgerufen. Straßensperren führten dazu, dass die LKWs nicht durchkamen. Der Bananenvorat in den Häfen wurde knapp. Um keinen Ausfall zu haben wurden die noch viel zu unreifen Früchte wurden früher als sonst nach Europa geschickt. Diese Lagerfehler rächen sich nun bei uns mit unreifen und schnell schwarz werdenden Bananen.

Klar, ist dies nicht ideal, aber kann man den Menschen in Ecuador vorwerfen, für ihre Rechte auf die Straße zu gehen? Wie viel muss noch passieren, damit sich auch hier endlich was tut?

Auch wir müssen vielleicht langsam aus unserer Komfortzone rücken und uns von der ständigen Verfügbarkeit der Konsumgüter verabschieden.

Tel.: 07042 9 20 64

FacebookInstagram
Besuchen Sie uns
auf Facebook und Instagram!

Bioland

Ökokontrollstelle DE-ÖKO-006