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KW 01/22

Jahresbrief 2021

Liebe Kunden, liebe Kundinnen

Nein es war keine Schreibblockade, es war die viele Arbeit die mir die Lust am Schreiben nahm. Doch nun zum Jahresende wird es unausweichlich Ihnen etwas über die Entwicklung unseres Bauernhofes im vergangenen Jahr zu erzählen. Corona stand und steht natürlich noch immer im Vordergrund. Man hat das Gefühl es steht nicht nur vor einem, sondern sitzt einem im Nacken. Mich daran gewöhnen will und kann ich nicht. Während ich hier die ersten Zeilen dieses Briefes schreibe, musste ich wirklich kurz nachdenken seit wann uns diese Pandemie verfolgt. Ja, es sind nun fast zwei Jahre. Mit den kurzen, dann doch kurzweiligen Unterbrechungen in den Sommern 2020 und 2021 in denen man Corona fast zu vergessen glaubte und dann wieder die Herbste und die Winter, die uns jedes Mal aufs Neue wieder das Fürchten lehrten. Wir hatten allerdings bisher das Glück, dass wir in unserem Betrieb noch keine Coronaübertragungen hatten und tun auch alles dafür, dass es so bleibt.

Doch fangen wir von vorne an: 2018 begannen wir, uns mit den Gedanken für einen Neu- und Erweiterungsbau für den Lieferservice und für unsern Bauernhof zu beschäftigen. 2019 beauftragten wir einen Architekten mit der Planung. Bauen im Außenbereich ist ein zu komplexes Thema, das hier zu beschreiben den Rahmen sprengen würde. Pünktlich aber zum Look-down im März 2020 kam dann endlich die Baugenehmigung. Das hat mich dann doch zugegeben etwas mehr gefordert als manche Zeit und Kraft vorhanden war. Über uns brach ein Sturm der Bestellungen herein auf den wir nicht vorbereitet waren. Wie denn auch, das war so nicht vorherzusehen. Rückblickend bin ich immer noch verwundert wie wir das geschafft haben. Geschafft ist hier das richtige Wort und ich bin stolz auf unsere Mitarbeiter/innen die manchmal mit Knurren und auch mit Murren, aber dann doch immer wenn es darauf ankam, an einem Seil in die gleiche Richtung gezogen haben. Das war keine einfache Zeit. Innerhalb von einem halben Jahr haben wir unsere Mitarbeiter/innen Anzahl verdoppelt. Wir haben neue Liefertouren geplant, die Packhallen umgebaut, und packten in zwei Schichten. Da wir kein Startup sind, mussten wir dieses Wachstum aus eigenen Mitteln finanzieren und deshalb zeitweilig auch Kundenanfragen ablehnen, weil unsere Kapazitäten in dieser Umbruchsituation erschöpft waren. Ende August 2020 als wir aus der Schnappatmung uns ganz langsam wieder in einen normalen Arbeitsalltag einfanden, passten wir unsere Bauplanungen den neuen Anforderungen an und schrieben die ersten Bauleistungen aus. Im Frühjahr 2021 rollten die Tieflader mit Bagger, Radlader und weiteren Baumaschinen an. Seit 35 Jahren bin ich am Bauen. Im 7 Jahresrhythmus verdoppeln wir unsere Kapazitäten. Und auch dieser Bauabschnitt, der mein letzter sein wird, folgte diesem Gesetz. In den ersten Monaten der Bauerei sah unser Bauernhof aus wie eine Mondlandschaft. Ende September war das Gröbste überstanden, das was unter die Erde gehörte war nicht mehr zu sehen, unterirdisch ruhen nun die Rohre und Leitungen in mehreren Metern Tiefe. Die Hofflächen sind befestigt, und die neue Halle steht auf einem sicheren Fundament. In der neuen Halle haben wir Kühlhäuser und Lagerflächen untergebracht, sowie einen Bürotrakt und einen neuen Auslieferungsbereich. Hinzu kamen noch Umbauten für unseren Gemüsebau, und Lagerflächen für das Leergut. Was jetzt noch zu tun ist, ist der Einbau der Kälteanlage für die Kühlhäuser und die Elektroinstallation. Beide Projekte betreffen die Energiewende und den Klimaschutz. Bei der Kälteanlage werden wir als Kältemittel das FCKW-freie Propan verwenden. Dann planten wir eigentlich eine große Photovoltaikanlage auf unseren Dachflächen zu installieren, doch die hierfür notwendigen Erschließung- und Anschlusskosten machten dieses Projekt unmöglich, es war nicht zu finanzieren. Wir planen nun etwas kleiner. Das ist schade. Wir denken, dass wir den Neubau Ende Februar bis Ende März 2022 in Betrieb nehmen können.

Im Gegensatz zu den Dürrejahren 2018, 2019 und 2020 war das jetzige Jahr ein Jahr so wie es sich der Landwirt und Gärtner wünscht. Vielleicht manchmal etwas zu nass, etwas Zuviel von dem was in den Jahren zuvor gefehlt hat, aber dieses Zuviel nahm man dieses Jahr mit Dankbarkeit zur Kenntnis. Wegen den umfangreichen Baumaßnahmen und auch wegen der Unsicherheit der Witterungsverhältnisse, die uns möglicherweise erwarten könnten, haben wir den Freilandanbau dieses Jahr etwas eingeschränkt und uns auf den Anbau von Kürbis Zuckermais und Zucchini im Freiland konzentriert. Wir hatten eine sehr gute Kürbis- und Zucchiniernte. Beim Zuckermais hatten wir dieses Jahr ausschließlich samenfeste Sorten angebaut. Das war nicht so gut. Die Abreife dieser Sorten war zu ungleichmäßig. Wir werden im nächsten Jahr nochmals andere Sorten im Versuch anbauen. Der Anbau in unseren Gewächshäusern war unproblematisch. Dieses Jahr waren wenige Schädlinge, wie Läuse oder Spinnmilben unterwegs. Allerdings hat der etwas zu nasse und kalte Sommer unseren Tomaten nicht so gut getan. Hier hatten wir, wie so viele, mit der Krautfäule zu kämpfen.

 

Und draußen in der Welt: Frau Merkel ist nicht mehr Bundeskanzlerin, ich denke was von Ihr bleibt, natürlich nicht nur, ist aber der Satz „wir schaffen das“. Für diesen Satz, diesen Mut bewundere ich sie. Übrigens hat sie nie gesagt, wir schaffen das jedes Jahr. Abgesehen davon, halte ich 16 Jahre Kanzlerschaft für eine zu lange Periode. Das lähmt Erneuerungsprozesse. Wobei ich schon bei einem Thema bin, das auch mich und unseren Bauernhof betrifft. Meine Schwester und ich führen den Betrieb nun seit über 30 Jahren. Ich denke wir haben das gut gemacht, wenn man dann aber die 6 vor der Jahreszahl des Alters sieht, dann weiß man, dass sich etwas ändern muss. Der Gedanke daran ist nicht angenehm, aber 6 ist kurz vor 7 und dann ist es nicht mehr weit bis 12. Und um 12 ist es in der Regel zappenduster. Kurz gesagt, wir müssen und werden in den nächsten 4 Jahren für unseren Betrieb eine neue Organisationsform finden, die diesen Bauernhof zukunftsfähig und übergabefähig macht. Neben den organisatorischen und den wirtschaftlichen Aspekten darf dieser, ich nenne es mal Spirit, den unsere Eltern gesät und wir gepflegt haben nicht eintrocknen. Das wird eine spannende Zeit, insbesondere deshalb, da aus unseren Familien keine Nachfolger/innen bereitstehen.

Ihnen liebe Kunden/innen danke ich für Ihre Treue und wünsche Ihnen eine gesegnete Weihnachten und ein hoffentlich endlich entspannteres neues Jahr 2022.

Tel.: 07042 9 20 64

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