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KW 27/15

Wochenbrief KW 27 2015

Glyphosat in Muttermilch, und alle wundern sich. Dabei ist Glyphosat eines der am häufigsten verwendeten Pestizide Weltweit. Glyphsat, die meisten kennen es unter dem Namen Roud up, ist eine sogenanntes Totalherbizid. Dort wo es auf den Acker, oder auch in den Garten kommt, wächst zumindest eine Zeitlang nichts mehr, es sei denn die Pflanzen sind  gentechnisch verändert.

Schnell ist aus der Sichtweise der Landwirte der Schuldige gefunden:  die Privatanwender, die dieses Unkraufvernichtungsmittel unsachgemäß im Garten verwenden. Das ist ein Ablenkungsmanöver, denn nicht gesagt wird, dass Glyphosat in der Landwirtschaft nicht nur als Unkrautvernichtungsmittel eingesetzt wird, sondern dass es auch der sogenannten Sikkation dient, der künstlichen  Abreifebeschleunigung von Kulturpflanzen wie Kartoffeln und Getreide. Bei diesem Verfahren wird kurz vor der Ernte Glyphosat auf das Getreide und die Kartoffeln gespritzt.  So wird mitten im Sommer ein künstlicher Herbst erzeugt um die Pflanzen schneller und einfacher ernten zu können.  Das Stroh von den Feldern, die mit Glyphosat zur Abreifebeschleunigung behandelt wurden, sollte, so die Empfehlung, nicht in der Tierhaltung zur Fütterung eingesetzt werden, während man das Getreide dieser Felder bedenkenlos zu Brot verbackt. Glückliche Tiere.

Hätsch dei Sach zahlt, müschtsch net danke saga. Eine schwäbische Redensart. Umgekehrt wird daraus, Dätsch dei Sach zahla, müschtsch net bitte saga. Letzten Sonntag  war auf unserem Biohof, wie jedes Jahr, der Erntebittgottesdienst. Als nicht gerade regelmäßiger Gottesdienstbesucher bin ich froh, dass die Kirche einmal im Jahr zu uns kommt um den Erntebittgottesdienst zu feiern.  In den Zeiten von Industrie 4.00, die uns glauben lässt, der Kühlschrank füllt sich zukünftig von alleine, tut es gut auf den Altar unter dem 50 Jahre alten Nussbaum zu  schauen. Das erdet.  Verwöhnt und technikverliebt verkennen (oder wir wollen sie nicht wahrhaben) wir zunehmend die Zusammenhänge die für unser ganz banales Leben wichtig ja überlebenswichtig sind.  So eine Bitte schärft den Blick für die Dinge, die wir nicht beeinflussen können, aber auch für so viele Dinge die wir tun könnten. Hunger ist weniger eine Frage von Regen und Sonnenschein, als vielmehr eine Frage von Krieg und Frieden, Gerechtigkeit und Teilhabe.

Draußen auf den Feldern sieht es dieses Jahr sehr gut aus, bis jetzt. Genügend Regen und ausreichend Sonne und die ausbleibenden Spätfröste im Mai versprechen eine gute Ernte. Diese Woche haben wir den letzten Zuckermais und die letzten Buschbohnen gesät. Wenn wir Glück und einen goldenen Hebst bekommen können wir diese Aussaaten Ende September bis Mitte Oktober ernten.  In unseren Gewächshäusern sind die Bio-Gurken jetzt im Vollertrag.

Tel.: 07042 9 20 64

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