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KW 52/15

Jahresbrief 2015

JAHRESBRIEF 2015 - WIR SCHAFFEN DAS!

Liebe Kunden/innen,

dieses Jahr, das uns nun bald verlassen wird, werde ich doch bei all den Widrigkeiten, die es uns beschert hat, vermissen.

Dieses Jahr hat sehr gut begonnen. Und dieses Gute hat uns auch ein Stück weit über die ab Mai begonnene Trockenheit hinübergerettet. Im Gegensatz zum Frühjahr 2014 waren in diesem Jahr die Böden sehr schön ausgefroren. Der Frost im Winter ist für die Böden wie eine kostenlose Bodenbearbeitung. Das beim Gefrieren sich ausdehnende Wasser sprengt die Gluten und zusammengepressten Bodenpartikel und bereitet so die Felder für die Frühjahrsaussaaten in idealer Weise vor. Kürbis, Zucchini, Buschbohnen und Zuckermais standen dann auch bis Anfang Juni hervorragend auf den Feldern. Jedes gesäte Korn war aufgelaufen und auch die Unkräuter konnten wir dank des hervorragenden Bodenzustandes weitgehend mechanisch bekämpfen. Dann aber hörte es auf zu regnen. Da es schon zuvor, von Jahresbeginn an zwar genügend, aber doch nicht genug geregnet hatte, wirkte sich der fehlende Niederschlag natürlich massiv auf das Wachstum der auf den Feldern stehenden Kulturen aus. Ab Mitte Juni verzichteten wir dann auf weitere geplante Aussaaten wie Mangold, Fenchel oder auch Kräuter. Das war richtig und gut so, denn die Trockenheit zog sich bis Mitte August hin. Dann aber, als ob der Himmel das vergangene vergessen lassen wollte, regnete es so heftig, dass es sogar unsere Packhalle überschwemmte. 50 Liter/m² innerhalb von einer Stunde.  Etwas weniger in dieser kurzen Zeit, aber dafür mehr in etwas längerer Zeit wäre besser gewesen. Trotzdem war dieser Regen für viele unserer Kulturen die Rettung.  Abgesehen von den Buschbohnen konnten wir bei den verbleibenden Kulturen doch noch akzeptable Erträge verzeichnen. Kürbis und Zucchini sind gut gediehen. Der Zuckermais hatte zwar wenig Ertrag dafür aber eine hervorragende Qualität. Und unsere Getreideerträge waren besser als erwartet. Nur der Körnermais, das Futter für unser Freilandgeflügel, war nahezu ein Totalausfall, da sich die Trockenheit bis weit in den Herbst hinein fortsetzte. Ich denke wir kamen nochmals, wie man so schön sagt, mit einem blauen Auge davon. Das tut eine Weile weh - ist aber nicht unbedingt lebensbedrohlich. Unsere Kollegen, die Milchkühen halten, hat dieses Jahr weitaus härter getroffen. Denn neben der Trockenheit hatten die Milchbauern zusätzlich noch mit dem Verfall der Milchpreise zu kämpfen.

In unseren Gewächshäusern sah die Situation naturgemäß, da wir hier bewässern können, besser aus. Doch auch hier haben die Pflanzen unter der ungewöhnlich langen Hitzeperiode gelitten. Dennoch hatten diese Klimabedingungen auch etwas Gutes. Die trockene heiße Luft hat uns vor den sonst üblichen Pilzkrankheiten wie Mehltau oder Krautfäule verschont.

Bei allen Widrigkeiten beobachte ich, dass die in früheren Jahren üblichen Fröste im Oktober in den letzten Jahren ausgeblieben sind. Dadurch verlängert sich auch in unseren Breitengraden die Ernteperiode bis fast Ende November. Das ist ein kleiner Ausgleich für die Verluste durch die Trockenheit im Frühjahr und Sommer.

Auf dem Hof hatten wir dieses Jahr einige kleinere Bauprojekte begonnen.  Klaus, der in unserer Familie schon seit 45 Jahren in Familienpflege ist, bekommt eine altersgerechte Wohnung. In der Folge verbessert sich dadurch auch die Wohnsituation unserer Polnischen Mitarbeiter.

Einen großen Umbruch gab es dieses Jahr in unserem Lieferservice. Nachdem unsere Software in die Jahre gekommen war (und die Softwarefirma sich nicht bemühte die Software den sich abzeichneten neuen Anforderungen anzupassen) wechselten wir im Mai unser Anwendungsprogramm für den Lieferservice. Das war für alle Mitarbeiter/innen eine sehr große Herausforderung und hat uns in den Folgewochen und –Monaten oft bis an den Rand des Wahnsinns gebracht. Für eine kleine Firma wie der unsrigen ist solch eine Umstellung ein Umbruch und wirklich nicht leicht zu handhaben. Im Nachhinein wundere ich mich trotzdem wie gut und mit wie wenig Fehler dieser Umstellungsprozess von statten ging. Dankbar bin ich hier den Mitarbeiter/innen und natürlich auch unseren Kunden/innen, die uns so manchen damit einhergehenden Fehler verziehen haben. Mittlerweile läuft die Sache wieder einigermaßen rund.

Vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass unser Online-Shop nun fast vollständig bebildert ist, dass es mehr Sonderangebote und Aktionen gibt, dass wir die Produktpalette erweitert haben und dass auch die Infos auf unserer Homepage häufiger aktualisiert werden. Dafür ist seit Juni meine Nichte Rosemarie Braun zuständig. Sie ist die Tochter meiner Schwester Brunhilde Braun. Nach dem Studium der Lebensmitteltechnologie und einigen Jahren Arbeit bei einer großen Mühle arbeitet sie seit Mitte des Jahres in unserem Lieferservice.

 Auch neu in diesem Jahr war der Kinder-Jahres-Kurs von Brunhilde Braun. Sie hat Anfang des Jahres die Fortbildung zur Bauernhofpädagogin abgeschlossen und gleich Ihre erste Gruppe begonnen. Fünf Kinder haben an Neun Terminen mittwochnachmittags gemeinsam spielerisch und passend zu den Jahreszeiten verschiedene Gemüse- und Obstarten kennengelernt. Themen waren unter anderem: Die Kartoffel (vom Setzen übers Ernten und Zubereiten), alles rund um die Tomate, die Entdeckung von Naturfarben und was man damit machen kann, die Vielfältigkeit von Äpfeln sowie selbst gemachten Apfelsaft und der Kürbis. Die quirlige Gruppe aus Mädchen und Jungs im Alter von 7 – 12 hat uns durch Ihre Fröhlichkeit immer viel Spaß bereitet. Es wurde viel gelacht und natürlich auch ein bisschen rumgealbert. Denn auf einem Bauernhof gibt es viel zu entdecken wie z.B. die lustigen Puten die immer im Chor anfangen zu gackern und so komische rote Lappen im Gesicht haben. So konnten auch Tiere pädagogisch wertvoll wirken. Puten, Gänse, Lauf-Enten, Ziegen, Kühe und Hunde. Vieles was die Kinder schon wussten hat uns positiv überrascht z.B. das Erkennen eines Ackerschachtelhalms bei einem Spaziergang im Kreuzbachtal. Anderes wurde durch das Hautnahe Erleben und Tun vertieft. „Learning by doing“ war die ungezwungene Devise. 2016 wird es wieder einen Jahreskurs für Kinder geben. Die Einladung mit Anmeldung erhalten Sie Anfang des Jahres als Infoschreiben auf dem Rezeptblatt oder separat in Ihrer Bio-Kiste. Impressionen können Sie sich auf unserer Homepage holen. Dort sind einige Kurse mit Text und Bild nachzulesen.   

Wenn es einen Satz des Jahres gäbe, dann den: „Wir schaffen das“. Ich teile bestimmt nicht jede Meinung und Ansicht von Frau Merkel, aber dieser Satz und diese Haltung ist mutig und gut. Im Gegensatz zu den Äußerungen eher feigeren Politiker-Kollegen wie Seehofer oder auch denen des Tübingers OB Boris Palmer. Insbesondere Letzterer, der versuchte sich mit Selbstverständlichkeiten ins Gespräch zu bringen, über Geldmangel klagt und vor kurzem den 10 Mill. teuren Umbau seines Rathauses eingeweiht hat. Das liebe Kunden/innen ist, meiner Meinung nach, eine der bedauernswertesten Haltungen der letzten Jahre. Meist fängt die Heuchelei mit dem Satz „Das muss man doch mal sagen dürfen“ an. Dass es viele Flüchtlinge sind, das wissen wir doch. Dass wenn sich an der Situation nichts ändert es zu viele werden, auch das wissen wir. Dass auch wir uns ändern müssen damit sich die Situation ändert, auch das wissen wir. Doch darüber reden wir dann lieber nicht. Hätte Frau Merkel gesagt „wir schaffen das nicht“ oder „nur 500 000“ wären uns die Ostblockländer und der Balkan um die Ohren geflogen. Wie denn hätte man diesen Strom an Flüchtlingen aufhalten sollen? Mit dem Schlauchbot übers Mittelmeer zurück nach Afrika oder über Pakistan nach Afghanistan zurückwandern?  Ich kann mir schwerlich vorstellen, dass wir diese Bilder ausgehalten hätten. 

Ändern wird sich nur etwas, wenn wir uns ändern.  Z.B. nicht mehr die Küstengewässer vor Afrikas Küsten leerfischen. Die Fische zu Tierfutter für Hühner verarbeiten, um dann die Teilstücke der Hühner (die wir nicht mögen) wieder in Afrika zu entsorgen. Gegen die subventionierte europäische und amerikanische Landwirtschaft kann kein afrikanischer Bauer gegenhalten. Lesen Sie den Artikel im Wirtschaftsteil der „Zeit“ der letzten Woche „ein Tomatenbauer in Ghana gegen Europa“. Auch Dieser Bauer wird sich auf den Weg nach Europa machen um dann in Italien Tomaten zu pflücken. Von dieser Verantwortung können wir uns auch nicht mit Spenden freikaufen.

Am 23.12.2015 liefern wir in diesem Jahr zum letzten Mal aus. Im neuen Jahr fahren unsere Fahrer/innen wieder ab Montag, dem 11.01.2016 mit Ihren Einkäufen zu Ihnen. Unser Online-Shop ist durchgehend geöffnet. Persönlich sind wir wieder ab Freitag, dem 8. Januar für Sie erreichbar.

Mit einem „wir schaffen das!“ verabschiede ich mich für dieses Jahr von Ihnen. Auch mit dem Versprechen Ihnen im nächsten Jahr wieder regelmäßige Infos von und über unseren Betrieb und den Menschen die hier arbeiten, zukommen lassen.

Ihnen nun erstmal schöne Feiertage. Kommen Sie gut ins neue Jahr.

Viele Grüße Michael Braun

Tel.: 07042 9 20 64

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