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KW 48/16

Das Leben ist nicht nur ein Biohof

Liebe Kunden/innen,

diese Woche hatten wir mal wieder Biokontrolle. Die Biokontrolle findet im Gegensatz zu vielen anderen Kontrollen, wie der Finanzbuchhaltungskontrolle oder der Umsatzsteuerkontrolle, jährlich statt. Bei aller Sorgfalt die man an den Tag legt und mit der man sich auf die Kontrolle vorbereitet, haben sie doch immer die Eigenschaft einer Prüfung und erinnern zu sehr an Schule und Studium.

In unserem Betrieb werden 4 Bereiche kontrolliert. Die Landwirtschaft mit der Geflügelhaltung, die Gärtnerei, die Schlachterei und der Lieferservice. Der Hofladen wird im Zusammenhang mit der Gärtnerei kontrolliert.

Zuerst wurde der Gartenbau kontrolliert. Nach einem Betriebsrundgang und nach einer Feldbegehung kämpfte sich der Kontrolleur durch die Buchhaltung. Da sich in unserer Gärtnerei dies auf 2 Ordner beschränkte war das eine überschaubare Aufgabe. Anschließend wurden die Aufzeichnungen über die angebauten Kulturen geprüft. Hier ging es hauptsächlich um die eingesetzten Betriebsmittel wie Pflanzgut, Saatgut, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel. Zuerst wurde die Herkunft dieser Betriebsmittel und deren Zulässigkeit im ökologischen Landbau anhand von Lieferscheinen und Rechnungen geprüft. Dann wurde nachgerechnet, ob die aufgezeichneten Verbrauchsmengen mit den Restbeständen übereinstimmen. Dieses Jahr gab es eine Unstimmigkeit beim Zuckermais. Wir haben 40 000 Samen eingekauft und nur 25 000 ausgesät. Wo sind die 15 000 nicht ausgesäten Samen verblieben. Wir haben sie gefunden und der Kontrolleur war zufrieden. Im nächsten Schritt wurden sogenannte Plausibilitätsberechnungen durchgeführt. Wieder am Zuckermais in diesem Jahr. Korrelieren die geernteten und verkauften Mengen mit einem durchschnittlich zu erwartenden Ertrag.

Auch im Lieferservice wurde bei der Kontrolle zuerst der Betrieb angeschaut. Ein besonderes Augenmerk legte der Kontrolleure auf die Etiketten der Ware. Wer hat diese Kiste geliefert, wer ist der Erzeuger, liegen vom Händler und Erzeuger die entsprechend gültigen Zertifikate vor. Stimmen die auf den Etiketten angegebenen Kontrollnummern. Stimmt die Auszeichnung der Ware im e-shop und auf dem Lieferschein mit den Warenetiketten vor Ort überein. Nach diesem ersten Kontrollgang erfolgten sogenannte Warenflusskontrollen. Ganz einfach ausgedrückt: Wieviel Möhren wurden eingekauft, wieviel wurden verkauft, wie hoch waren die Verluste. Wer bei dieser Rechnung mehr verkauft als einkauft, der betrügt.

Alles in allem waren wir einen Tag mit der Kontrolle beschäftigt und sind nun wieder für ein weiteres Jahr sowohl nach der EU-Bioverordnung als auch nach den Biolandrichtlinien zertifiziert.

Und draußen in der Welt: Wird mal wieder über die Rente gestritten. Es gilt das Leistungsprinzip allerdings nach dem Motto: Nicht wer viel leistet bekommt viel, sondern der, der viel einzahlt bekommt viel. Zwischen der erbrachten Leistung und der Höhe der eingezahlten Beiträge besteht, wie man weiß, nicht immer ein positiver Zusammenhang. Nein, wenn wir die Rente zukunftssicher und gerecht machen wollen, so dass eine Rente nach 40 Betragsjahren, unabhängig vom Verdienst, höher als die Grundsicherung ist, dann müssen wir die Betragsbemessungsgrenze erhöhen die Rente deckeln und die Anzahl der Beitragszahler erhöhen. Jeder muss einzahlen. Frau Kanzler, Herr Minister, Frau Rechtsanwalt, Herr Landwirt ebenso wie der Schreiner und die Putzfrau. Man muss kein Mathematiker sein um zu begreifen, dass es nicht funktionieren kann, wenn immer weniger Menschen für immer mehr Rentner, die immer länger leben aufkommen müssen. Warum dies an dieser Stelle, weil das Leben nicht nur ein Biohof ist und weil wir wollen, dass sich Menschen jedes Alters auch zukünftig Biolebensmittel leisten können.

Drinnen in den Gewächshäusern wird weiter gepflanzt und geerntet. Das Wetter ist uns zurzeit wohlgesonnen. Nächste Woche gibt es wieder Feldsalat und Winterkresse, danach ist eine kleine Pause angesagt bevor dann, sofern wir keinen Kälteeinbruch bekommen, wir vor Weihnachten wieder ausreichend mit Feldsalat versorgt sind.

Draußen auf den Feldern haben wir wegen der Vogelgrippe das Federvieh eingesammelt und auf dem Hof eingestallt. Während die Puten und die Landgockel diese Maßnahme sehr gelassen ertrugen haben unsere Gänse erst einmal mit einem 3 tägigen Futterstreik auf die Stallhaltung reagiert.

Ich wünsche Ihnen eine schöne 1. Adventswoche.
Michael Braun

Tel.: 07042 9 20 64

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