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KW 22/16

Wochenbrief KW 22/2016

Wer hat die Kuh zur Sau gemacht?

Liebe Kunden/innen,

am Samstag den 18. Juni laden wir Sie zu unserem Hofinfotag ein. Bei Felder- Rundfahrten und bei Gewächshausführungen zeigen wir Ihnen unseren Biobetrieb. Diesmal sind auch das Ernährungszentrum und das Veterinäramt Ludwigsburg im Rahmen der Gläsernen Produktion vertreten. Am Käsestand des Handelskontor Willmann können Sie Käse verkosten und am Stand des Bioweinhändlers Riegel dürfen sie sich quer durch unser umfangreiches Weinsortiment probieren um anschließend beim Stand der Biobäckerei Schäfer sich über deren Backwaren zu informieren. Sollten Sie danach noch Hunger und Durst haben, dann können Sie es sich unter unserem Hofnussbaum gutgehen lassen. Wir haben für Sie Geflügelgeschnetzeltes und vegetarische Bällchen im Fladenbrot vorbereitet. Am Nachmittag bieten wir Ihnen ein reichhaltiges Kuchenangebot zum Kaffee an. Für die kleinen Gäste gibt es Spiele Spiele Spiele.

Zwischendurch ist es mal auch trocken, wenn es wirklich einmal längere Zeit nicht regnet, dann nichts wie ab auf den Traktor mit dem Wunsch und der Vorstellung drei Dinge gleichzeitig machen zu müssen. Hacken, säen und pflanzen, passiert dieses Jahr immer im Grenzbereich des machbaren, aber doch immerhin im Machbaren. Andere Kollegen hat es dieses Jahr weit schlimmer getroffen, sie sind mit ihren Kulturen regelrecht abgesoffen, davon blieben wir zum Glück verschont. Abgesehen davon, dass man jetzt wirklich mit der Hacke an der Hand dem Unkraut ans Fell müsste, sind wir bisher mit unseren Aussaaten weitgehend im Plan. Nur zwei Zuckermaissätze konnten nicht gesät werden und da der Butternutkürbis schlecht keimte, konnte dieser auch noch nicht mit der Maschine gehackt werden. Hier ist ein Umbruch nicht unwahrscheinlich.

Die feuchtwarme Witterung ist für Läuse die beste Voraussetzung sich zu vermehren wie die Karnickel. Noch können wir mit Nützlingen dagegenhalten, bei noch stärkerem Befall müssen wir aber auch hier mit Schmierseife eingreifen.

Für die Milchkriese gibt es noch keine überzeugende Lösung. Die in den Raum gestellten und von der Bundesregierung zugesagten 100 Mill € werden verpuffen wie Benzin im Lagerfeuer. Ein Wuff, dann ist es kurz hell und alle schreien OOhh, doch danach ist es noch dunkler wie vorher. Die Problematik der jetzigen Situation ist das Disruptive, Zerstörerische, dass wir am Ende dieses Preistiefes eine Milchwirtschaft haben, wie wir sie eigentlich nicht wollten. Vorauszusehen ist, dass einige wenige sehr große Betriebe diesen Preiskrieg überleben werden und wir dann auch in der Milchwirtschaft Zustände vorfinden, vergleichbar wie in der Schweine- oder Hühnerhaltung. 1000 Milchkühe in einem Stall wären heute kein Problem mehr, auch 2000 oder 3000 sind schon vorstellbar. Die Biogasbranche macht es vor wie man die Erntelogistik und die Entsorgung der Gülle für solche große Mengen organisiert. Wenn wir das wollen können wir weitermachen wie bisher, wenn wir allerdingseine solche Landwirtschaft und die damit verbundene Landschaft nicht wollen muss die Politik die Rahmenbedingungen für die Milcherzeugung ändern. Eine erste Maßnahme wäre die Bestandsgröße zu regulieren. Ab 200 bis 300 Milchkühen in einem Stall finden keine größeren Kostendegressionen mehr statt. Größere Ställe sind somit nicht zwingend notwendig um noch billiger Milch produzieren zu können. Eine zweite, die wichtigere, Maßnahme wäre der Milchkuh wieder die Bedeutung zu geben, die sie seit Jahrhunderten hatte. Wie alle Wiederkäuer ist die Kuh in der Lage aus den Lebensmittel, die wir Menschen nicht verwerten können, hochwertige Lebensmittel zu machen. Ganz einfach: aus Gras wird Milch und Fleisch. Wir aber haben in den letzten Jahrzehnten die Kuh zur Sau gemacht und so füttern wir sie auch. Maximal 5000 bis 6000 kg Milch pro Jahr kann eine Milchkuh aus Gras oder Mais erzeugen. Die darüberhinausgehende Leistung, bis zu 12000l pro Jahr, wird mit hochwertigen Lebensmitteln, wie Getreide oder Soja, erfüttert. Warum also nicht die Leistungen der Milchkühe begrenzen und sie schrittweise wieder an das natürliche Leistungsvermögen heranführen, indem man die Auszahlungspreise für Leistungen oberhalb 6000 kg pro Kuh und Jahr halbiert.

Eine solche Maßnahme hätte zwei Vorteile. Die Grünlandstandorte, das sind die Regionen in welchen kein Ackerbau betrieben werden kann und die somit wenig Alternativen zur Milcherzeugung haben, würden gestärkt. Die Fruchtfolgen in den Ackerbauregionen würden vielfältiger, da wir wohl in Deutschland etwas mehr Kühe halten müssten, die sich dann auf mehr Betriebe verteilten. Wir müssten weniger Soja importieren und die Reduzierung der Milchleistung wäre ein aktiver Beitrag zum Tierschutz, denn neben den Haltungsfragen wird den physiologischen Leistungen, die wir den Tieren abfordern viel zu wenig Beachtung geschenkt. Dazu aber in einem späteren Beitrag mehr.

Ich wünsche Ihnen ein trockenes Wochenende

Michael Braun

Tel.: 07042 9 20 64

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