Auf den Bildern sehen Sie die Bioland Jungpflanzengärtnerei Natterer
Liebe Kunden/innen KW 08_2010
Endlich scheint die Sonne und wir hoffen es bleibt auch so.
Diese Woche beginnen wir mit den ersten Pflanzungen im Gewächshaus. Mangold, Kohlrabi, Salate und Kräuter werden gepflanzt. Wenn es so warb bleibt werden wir auch nächste Woche Radieschen aussäen.
Liebe Kunden/innen KW 03_2010
Diese Woche am Montag wurde unser Betrieb für seine über 30 jährige Zugehörigkeit zum Biolandverband geehrt. Stellvertretend für unsere Eltern habe ich diese Ehrung entgegengenommen. Rückblickend auf das Jahr 1972 als unsere Eltern unseren Betrieb auf den ökologischen Landbau umstellten, möchte ich hier drei Punkte anmerken wie ich als Kind seinerzeit diese Zeit erlebte.
Zum Einen gab es zu dieser Zeit, Anfang der 70er Jahre wohl fast keinen Tag an dem ich den Biolandverband nicht verfluchte. Neidvoll schaute ich auf die Nachbarfelder auf denen kein Unkraut wuchs, während wir wochenlang mit Unkraut jäten, Distel stechen und Ampfer ausgraben beschäftigt waren. Zum Anderen kamen in diesen ersten Jahren der Umstellung noch enorme finanzielle Einbußen durch drastische Ertragsrückgänge hinzu. Es gab keine Beratung und auch der Markt für Produkte aus ökologischer Landwirtschaft war erst in den Anfängen, so dass unsere Eltern in den Anfangsjahren viele ihrer Erzeugnisse konventionell vermarkten mussten.
In Erinnerung blieb mir aber auch der zu dieser Zeit sehr große Zusammenhalt der Bioland-Landwirte und Bioland-Gärtner. Es war wie eine kleine Familie, in der man sich Beistand und auch gegenseitig half. Keine Information und auch kein Wissen wurde zurückgehalten. Ca. 50 Biolandmitglieder gab es damals im gesamten Bundesgebiet. Heute sind es mehrere Tausend.
Rückblickend bewundere ich unsere Eltern heute für Ihre Entscheidung, die bestimmt manches Mal verzweifelt ob der Probleme waren, aber sich trotzdem nie von ihrem Ziel abbringen ließen.
Mit den Worten von Andre Kabakov lässt sich diese damalige Situation vielleicht am Besten beschreiben.
„Wenn du wissen willst ob du ein Schicksal hast, riskiere es.
Springe aus der Höhe in die Tiefe
Ohne dich umzudrehen und dich um irgendetwas zu bekümmern.
Wenn dir dann im Fluge Flügel auf dem Rücken wachsen, weißt du dass sich jemand um dich sorgt.“
Liebe Kunden und Kundinnen. Jahresrundbrief 2009
Ein Jahr Wirtschaftskrise haben wir hinter uns. Heute gebe ich zu, dass ich des öfteren Angst hatte vor der Zukunft und da die Dinge, die geschahen, ja nicht ursächlich mit dem eigenen Handeln zusammenhingen, ist man in solchen Situationen manchmal geneigt in eine Schockstarre zu verfallen, unfähig zu einer angemessenen Reaktion. Aber zum Glück waren das nur sehr seltene Momente. Dank Ihnen liebe Kunden. Ich weiß es sehr wohl zu schätzen, dass trotz Kurzarbeit und auch evtl. drohender Arbeitslosigkeit Sie auch in diesem Jahr unsere Produkte, die natürlich etwas teuerer sind als konventionelle Lebensmittel, gekauft haben.
Heute, nun fast am Jahresende, vergleiche ich dann wie jedes Jahr immer wieder, das am Jahresanfang gewünschte mit dem am Jahresende erreichte, und stelle mit Erstaunen fest, dass alles mal wieder ganz anders ist, als man es sich gewünscht oder auch vorgestellt hat.
Wir wollten in diesem Jahr unsere alte Packhalle umbauen um darin Gemüse verarbeiten zu können. Doch schon kurz nach dem Beginn der Bauarbeiten, stellte sich heraus, dass der Umbau sich aufwendiger gestaltete als angenommen. Auch waren durch die Konjunkturprogramme des Bundes die Baufirmen so stark ausgelastet, dass wir auf Ausschreibungen zum Teil keine oder nur sehr überteuerte Angebote bekamen. Daher stellten wir diese Umbaumaßnahme zurück auch weil sich zwischenzeitlich zur Jahresmitte ein anders Projekt anbot.
Unser Kollege Markus Arzt aus Heimerdingen, er bewirtschaftet einen großen auf Ruccola und Feldsalat spezialisierten Gemüsebaubetrieb, bot uns an sein Gemüse-Abo an das Unsere anzugliedern.
Bei Marcus Arzt wird seit der Betriebsgründung 1989 biologisch angebaut. Auf einem Lehrgang über den biologischen Landbau bei Dr. Hans Müller, dem Begründer des organisch- biologischen Landbaus, auf der Bauernschule Möschberg in der Schweiz, lernten Markus Arzt und ich dann das Prinzip des Gemüse-Abos kennen. Nach der Rückkehr entschlossen wir uns, das Gemüse-Abo auch zwischen Neckar und Enz zu etablieren und konnten schon nach kurzer Zeit viele begeisterte Kunden gewinnen. Um möglichst regional und mit kurzen Fahrstrecken unsere Kunden zu erreichen, teilten wir seinerzeit unsere Liefergebiete auf. Wir vom Biohof Braun versorgte den Enzkreis, Markus Arzt war in Ludwigsburg, Stuttgart und auf den Fildern aktiv.
Aber in zwanzig Jahren entwickelt sich natürlich auch ein Bauernhof weiter. Marcus Arzt spezialisierte sich in den letzten Jahren stark auf den Gemüseanbau in Gewächshäusern. Heute ist er einer der größten Bio-Rucola- und Feldsalatanbauer im Süddeutschen Raum. Außerdem wachsen auf 10 Hektar Land Kürbisse und Salate. Neben der Vermarktung durch den Lieferservice wird in großem Umfang der Handel bedient. Marcus Arzt wird und will sich noch stärker als bisher auf den Anbaubetrieb und die Vergrößerung der Gewächshausflächen konzentrieren, während wir vom Biohof-Braun, neben unserem vielfältigen Anbau, den Lieferservice weiterentwickeln wollen.
Nach anfänglichem Zögern, nahmen wir das Angebot an und beliefern seit dem ersten August nun auch den Stuttgarter Raum. Wir mussten dann auf einen Schlag 30% mehr Kunden bewältigen. Wir mussten neue Mitarbeiter einstellen, neue Fahrzeuge kaufen, und was am schwierigsten war, die Touren in Stuttgart komplett neu zu zuschneiden. Dank unserer hervorragend motivierten Mitarbeiter/innen haben wir aber das Alles, nach einem etwas holprigen Anfang, ganz gut auf den Weg gebracht. Geholfen hat uns dabei der Umstand, dass wir vor zwei Jahren eine neue Packhalle gebaut haben, in der wir genügend Kapazitäten haben auch noch mehr Kunden zu bedienen.
Heute am Jahresende bin ich froh, diesen Schritt gewagt zu haben, wohl wissend, dass mehr Kunden nicht unbedingt mehr Einkommen oder auch mehr Glück versprechen. Heute weiß ich auch rückblickend, dass eine optimale Betriebsgröße eine sehr sensible Angelegenheit ist, an die man sich herantasten muß um die Grenze zu erkennen die vor dem Abgrund ist. Froh bin ich aber deshalb, da wir nun in der Lage sind unsere Produkte aus unseren Gewächshäusern zu 100% direkt über unseren Lieferservice verkaufen zu können.
Das Gemüsebaujahr war abgesehen von dem doch sehr kalten Frühjahr und dem trockenen Herbst ein gutes Jahr. Der trockene Herbst hat uns beim Radies- und Spinatanbau eine Strich durch die Rechnung gemacht und auch der erste Frost Mitte Oktober hat unsere Pepperoni vernichtet. Dafür war es ein sehr gutes Tomatenjahr und auch der Feldsalat in unseren Gewächshäusern steht so gut wie kaum in den Jahren zuvor. Neu im Anbauprogramm hatten wir in diesem Jahr Auberginen im Freiland und Artischocken. Beide Kulturen waren erfolgreich und werden wir im nächsten Jahr voraussichtlich auch ausdehnen. Neu ins Programm aufnehmen wollen wir im nächsten Jahr wieder Paprika im Freiland und wir wollen auch Eschen ansäen als Test inwieweit sie sich als Energiepflanzen eignen. Wenn wir dann noch genügend Zeit und Muse haben wollen wir noch ein Gewächshaus zur Topfkräuterproduktionsfläche umbauen.
Auch unsere Feilandgeflügelhaltung war dieses Jahr wieder erfolgreich, aber auch hier stehen in mehreren Bereichen Veränderungen an die Investitionen erforderlich machen. Zum Einen müssen wir unsere Hofmetzgerei entsprechend den geforderten EU-Normen umbauen, und zum Anderen machen wir uns Gedanken darüber, wie wir die Freilandhaltung noch weiter verbessern können. Aus den Erfahrungen der letzten Jahren haben wir erkannt, dass es notwendig sein wird die Felder auf denen wir die Tiere halten mit Pflanzen zu möblieren um den Tieren einen ganzjährigen Schutz sowohl vor Greifvögel als auch vor extremen Witterungseinflüssen zu bieten. Denn wenn das Geflügel ein entsprechendes Alter hat braucht es nicht unbedingt einen Stall, wenn die Umgebung einen Schutz durch Bepflanzung bietet. Gedanken machen wir uns auch über Anzuchtställe für unser Geflügel. Da die Freilandhaltung eine Mobilität dieser Ställe erforderlich macht die notwendig ist um den Nitrateintrag ins Grundwasser und um Krankheiten zu vermeiden, ist deren Konzeption gar nicht so einfach. Die auf dem Markt angebotenen mobilen Ställe für diesen Zweck beschränken sich auf Flächen die sehr eben sind. Da wir diese ebenen Flächen bei uns nicht vorfinden müssen wir diese Ställe selbst entwickeln.
Für unseren Lieferservice wollen wir nächstes Jahr endlich unsere alte Packhalle umbauen, um Ihnen dann ein noch umfangreicheres Sortiment anbieten zu können. Wir denken hier an die einfache Vorverarbeitung unseres Gemüses zu kleineren Einheiten um auch hier auf den demografischen Wandel unserer Gesellschaft zu reagieren. Wir wissen, dass immer mehr kleinere 1 bis 2 Personenhaushalte Probleme mit unseren oft zu großen Gemüseportionen haben.
Wir werden in diesem Jahr zwei Wochen Betriebsferien machen. Es ist die Woche nach Weihnachten und die erste Woche im neuen Jahr. Wir freuen uns darauf und freuen uns auch darauf, Sie wieder ab der 2. Woche im neuen Jahr beliefern zu dürfen.
Bitte beachten Sie, wenn Sie nur alle 2 Wochen beliefert werden und Ihre letzte Lieferung in diesem Jahr in der Weihnachtswoche bekommen ist Ihre erste Lieferung im neuen Jahr erst in der 3. Kalenderwoche. Wenn Sie schon in der 2. Kalenderwoche beliefert werden wollen lassen Sie uns dies bitte wissen.
Bitte beachten Sie auch unsere geänderten Liefertermine in der Weihnachtswoche. Wir werden alle Touren bis am Mittwoch vor Weihnachten ausliefern.
Wie schon die letzten Jahre gibt es auch dieses Jahr kein Weihnachtsgeschenk von uns. Dafür geht ein entsprechender Betrag an das Hilfswerk terre des hommes .
Wir wünschen Ihnen, Ihren Familien und Ihren Freunden ein schönes Weihnachtsfest. Für das nächste Jahr wünschen wir Ihnen Gesundheit, inneren Frieden, Gelassenheit und einen sichern Arbeitsplatz.
Michael Braun und alle Mitarbeiter/innen vom Biohof-Braun
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